Der Mittelstand braucht keine Konzernstruktur, sondern eine Reihenfolge. Diese Checkliste ist bewusst so gebaut, dass sie neben dem Tagesgeschäft funktioniert.
Tage 1–30: Transparenz schaffen
- 1. KI-Inventar über alle Fachbereiche erheben
- 2. Rolle je System bestimmen: Anbieter oder Betreiber
- 3. Schatten-KI sanktionsfrei melden lassen
- 4. Verantwortliche Person mit Mandat benennen
Tage 31–60: Regeln setzen
- 5. Risikoklassifizierung je Anwendungsfall dokumentieren
- 6. Verbotene Praktiken aktiv ausschließen
- 7. KI-Richtlinie verabschieden und ausrollen
- 8. Freigabeprozess für neue Tools etablieren
- 9. Lieferanten zu Konformität und Dokumentation befragen
Tage 61–90: Kompetenz und Nachweis
- 10. Rollenbasierte Schulungen nach Artikel 4 durchführen
- 11. Nachweisordner anlegen (Inventar, Klassifizierung, Richtlinie, Schulungen, Lieferanten)
- 12. Internes Review und Bericht an die Geschäftsleitung
Der Fehler, der am meisten Zeit kostet
Viele Unternehmen beginnen mit der Frage nach dem perfekten Tool oder der Zertifizierung. Beides ist später relevant. Zuerst zählt Transparenz – sie ist mit Bordmitteln erreichbar und macht jede weitere Entscheidung günstiger.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Wie viel interner Aufwand ist realistisch?
Für ein Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitenden sind über 90 Tage typischerweise 8 bis 15 Personentage intern plus externe Begleitung anzusetzen.
Brauchen wir dafür externe Beratung?
Nicht zwingend. Externe Begleitung beschleunigt vor allem Klassifizierung und Nachweisstruktur – und ist häufig förderfähig.
Was, wenn wir Hochrisiko-Systeme betreiben?
Dann kommt oberhalb dieser Checkliste ein eigenes Programm mit Grundrechte-Folgenabschätzung, Logging und Lieferantenmanagement hinzu.